Barbara Kruttkegeb. 1969 in Essen | lebt und arbeitet in Düsseldorf Förderprojekt 1998 ![]() Ausbildung
Barbara Kruttkes Bilder charakterisieren sich durch die Dualität der abstrakten, streng geometrischen Komposition und dem malerischen Farbauftrag. Sie bewegen sich zwischen Begriffspaaren wie „Ratio“ und „Emotion“, kalt und warm. Mit ihrer Malerei kann sie, wie sie selbst sagt, im Gegensatz zur Sprache, in „wortunfähige Schichten“ vordringen. Einerseits bestimmt von einer inneren, nicht rational erfassbaren „poetischen Sehnsucht“ (Helmut Federle), und andererseits von den parallel dazu ablaufenden Prozessen des Verstandes, gelangt sie zu einer ungegenständlich abstrakten Malerei. Abstrakt allerdings nicht im Sinne der ungegenständlichen Malerei des Abstrakten Expressionismus, sondern aus „universalistischen Darstellungsabsichten“. Sie möchte in eine Welt eindringen, die nicht in Worte zu fassen ist und frei ist von Vergleichen und Anlehnungen an Gegenständliches. Ihren Ansatz sieht sie im Zusammenhang mit Piet Mondrians „Reinem Sehen“. Doch im Gegensatz zu dessen Arbeiten, ist der subjektive Malakt, der teils gestische Pinselstrich innerhalb der geometrisch gegeneinander abgegrenzten Flächen, ein wesentlicher Bestandteil von Kruttkes künstlerischer Position. Nicht die konkrete Malerei, sondern das Bild als Konzentrationspunkt subjektiver, gleichwohl rationalisierter Emotionen sind das Agens. Die Fühlbarkeit der Farben, ihr emotionaler Gehalt, bestimmen die Farbauswahl und die Art und Weise des Farbauftrages. Raum, der durch die Nuancierung und Überlagerung von Einzelflächen entsteht, greift über die Grenzen der Bildfläche hinaus. Die Bilder vermitteln nicht das Gefühl eines in sich abgeschlossenen Gegenstandes, sondern beziehen ihr unmittelbares Umfeld mit ein und treten somit in einen Dialog mit dem Betrachter und dem sie umgebenden Raum. Damit werden sie gleichberechtigtePartner und fungieren als Manifestationen metaphysischer Vorgänge. Bettina Högner | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||